Die Pflegerente: Zusatzbedarf richtig absichern

Die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor dem finanziellen Aus – da sind sich Experten, einig. Sie plädieren für eine private Pflegezusatzversicherung. Und die geplante Pflegereform gießt Öl auf diese Mühlen, indem sie entsprechende Absicherungen künftig fördern will. Die private Pflegezusatzversicherung soll die Lücke zwischen den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und den tatsächlich anfallenden Pflegekosten schließen.

Dabei kann sie in verschiedenen Varianten abgeschlossen werden, besonders beliebt ist dabei die Pflegerente. Die Pflegerente verspricht, eine monatliche, feste Rentenzahlung zu leisten. Die tatsächlich für die Pflege anfallenden Kosten werden dabei nicht berücksichtigt, so dass die Pflegerente auch dann nicht verringert wird, wenn die Kosten zum Beispiel bei kurzfristiger Besserung, sinken.

Worauf ist bei der Pflegerente zu achten?

Die Pflegerente kann nur dann die optimalen Leistungen erbringen, wenn Verbraucher sich die Versicherungsbedingungen genauer betrachten. So werden die vereinbarten vollen Pflegerente Höhen meist erst ab Pflegestufe 3 gezahlt. In Pflegestufe 0,1 oder 2 gibt es dagegen häufig nur 25 bis 50 Prozent der vereinbarten Pflegerente. Hier sollte man den Vertrag genau prüfen.

Weiterhin sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Zahlung der Pflegerente unabhängig von Vorleistungen durch die gesetzliche Kasse erfolgt. Das kann nämlich zu oft monatelangen Wartezeiten führen, die den Pflegebedürftigen und dessen Angehörige über die Maßen finanziell belasten.



Wann gilt die Pflegestufe 1?

Die Pflegestufe 1 gilt, wenn eine „erhebliche Pflegebedürftigkeit“ vorliegt. Sie zeichnet sich durch einen bestimmten Pflegeaufwand pro Tag aus. Dieser muss mindestens bei 90 Minuten pro Tag liegen. Wenigstens 45 Minuten des täglichen Pflegeaufwands müssen dabei auf die Grundpflege entfallen. Zur Grundpflege zählen notwendige Hilfen bei

  • Körperpflege (Waschen, Anziehen)
  • Ernährung (Essen kochen, füttern)
  • Mobilität (aufstehen, sich bewegen)

Weitere Fallstricke bei der Pflegerente

Wichtig ist außerdem, darauf zu achten, dass die Pflegerente gezahlt, der Pflegebedürftige aber in jeder Pflegestufe von den Beiträgen befreit wird. Die ohnehin oft geringen finanziellen Mittel sollten nicht noch durch zusätzliche Beiträge belastet werden.

Wer eine Pflegerente abschließen will, sollte darauf achten, dass die Feststellung der Pflegestufe durch den MDK der Krankenkassen übernommen wird und die Versicherung nicht selbst auf der Feststellung der Pflegebedürftigkeit besteht. Gerade jungen Versicherten unter 30 Jahren wird eine Versicherung für die Pflegerente oft nur dann angeboten, wenn die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall entsteht. Aber auch hier kann man schon durch Krankheiten zum Pflegefall werden, so dass entsprechende Versicherungen nicht zu empfehlen sind.

Man sollte sich also wirklich umfangreich zum Thema private Pflegerente beraten lassen, da die verschiedenen Pflegerententarife nicht nur im Preis sondern auch bei den Leistungen weit auseinander gehen. Wir bieten Ihnen den Vergleich der privaten Pflegerentenversicherungen. Sie werden sehen - es lohnt sich bestimmt!