Wie funktioniert das NBA-Prüfverfahren konkret?

Bei dem neuen Begutachtungsverfahren für die Pflegebedürftigkeit sind insgesamt sechs Lebensbereiche entscheidend, die unterschiedlich stark gewichtet werden. In diesen Bereichen werden verschiedene Dinge abgefragt, die folgende Tabelle genauer definiert:

Mobilität - Gewichtung 10 Prozent
  • Positionswechsel im Bett
  • Bewegungsmöglichkeiten im Wohnbereich
  • Treppensteigen
  • Halten der Sitzposition
  • Selbstständiges Aufstehen aus sitzender Position
Kognitive/kommunikative Fähigkeiten - Gewichtung 7,5 Prozent
  • Erkennen von Personen aus dem eigenen Umfeld
  • Zeitliche/räumliche Orientierung
  • Gedächtnisleistungen
  • Alltagsgestaltung (Haushalt führen, Entscheidungen treffen)
  • Verständnis von Informationen/Sachverhalten
  • Erkennen von Gefahren und Risiken
  • Mitteilung elementarer Bedürfnisse
  • Beteiligung an Gesprächen
Verhaltensweisen/psychische Problemlagen - Gewichtung 7,5 Prozent
  • Nächtliche Unruhe?
  • Verhalten zur Selbstschädigung?
  • Aggressivität?
  • Abwehr unterstützender/pflegerischer Maßnahmen?
  • Wahnvorstellungen?
  • Ängste?
  • Sinnestäuschungen?
  • Motorische Verhaltensauffälligkeiten?
Selbstversorgung - Gewichtung 40 Prozent
  • Körperpflege (waschen, rasieren, kämmen usw.)
  • An- und Auskleiden
  • Essen und Trinken
  • Gestaltung von Toilettengängen, Nutzung von Dauerkatheter
Umgang und Bewältigung mit Anforderungen und Belastungen aufgrund bestehender Erkrankungen/Therapien - Gewichtung 20 Prozent
  • Selbstständige Einnahme von Medikamenten?
  • Selbstständige Gabe von Injektionen?
  • Absaugen/Sauerstoffgabe nötig?
  • Kälte-/Wärmeanwendungen nötig?
  • Arztbesuche möglich?
  • Verbandswechsel/Wundversorgung nötig?
Gestaltung von Alltagsleben und sozialen Kontakten - Gewichtung 15 Prozent
  • Selbstständige Gestaltung des Tagesablaufs und Anpassung an Veränderungen möglich?
  • Kontaktpflege und Interaktion mit Kontakten im Umfeld
  • Planen für die Zukunft

Neben diesen sechs Bereichen finden sich noch die Module 7 und 8, die für die außerhäuslichen Aktivitäten und die Haushaltsführung stehen. Sie dienen aber nicht zur Einstufung in einen Pflegegrad, sondern vielmehr der individuellen Pflegeplanung durch die Pflegekräfte.